Sonntag, 13. Dezember 2009

Eindrücke von der KMV in Münster

Ich habe am Sonntag der Kreismitgliederversammlung in Münster beigewohnt. Dabei habe ich ein paar Eindrücke gesammelt, die mich verwirren.

Zum einen sind dort 12 von 40 Mitgliedern erschienen. Was mich daran verwundert ist, dass diese 12 Aktiven Piraten nun einen Kreisverband fordern, weil sie sich davon eine Erleichterung versprechen. Also müssen diese 12 nun den Verwaltungsaufwand eines Kreisverband stemmen. Das steht doch in keinem Verhältnis zu dem Aufwand von 2 Crews.

Überraschend fand ich, dass dort eigentlich nur Leute unter 30 aktiv sind. Also vorwiegend junge Leute. Bei den Vestpiraten haben wir Leute von Anfang 20 bis über 40 - irgendwie einen gesunden Mix.

Der Kreisverband ist ja auch so eine Sache, die mich verwundert. Also sie haben sich gut überlegt, wie sie den Kreisverband aufziehen möchten und welche Aufgaben der haben soll. Aber sie haben sich nicht überlegt, wie man das mit dem Crew-Konzept organisieren kann. So zumindest mein Eindruck.

Also hier mal ein Beispiel, wie ich darauf komme. Ein Punkt, den ich heute immer wieder gehört habe, ist, dass es schwer fällt, zu anstehenden Ratsbeschlüssen "schnell" eine Entscheidung oder ein Meinungsbild zu organisieren. Der Verband, so durfte ich heute hören, kann dann schnell einen Vorstandsbeschluss fassen und muss diesen dann auf der nächsten Kreismitgliederversammlung verteidigen.

Auf meine Frage: Habt ihr keine Mailinglisten, Foren oder sonstiges? Kam die Antwort: Schon, aber irgendwie funktioniert das nicht. Wir schaffen es nicht, die Leute richtig zur Mitarbeit zu motivieren / einzubinden.

Ich dachte immer, wir Piraten wünschen uns mehr Demokratie und wenig Delegation. Zumindest in Münster sieht man das wohl anders.

Es gibt natürlich auch sinnvolle Argumente für einen Verband. Aber dass soll hier nicht das Thema sein. Vielmehr fehlt mir eine ordentliches Abwägen der Vor- und Nachteile.

Genau das wurde in Münster meiner Meinung nach verpasst.

Kommentare:

  1. Zu den schnellen Entscheidungen: Wenn man im Rat ist muss man diese treffen können. Das lässt sich über Forum, Mailingliste & Co nicht umsetzen. Da findet die Basisdemokratie dann vorläufig ihr Ende. Da ist dann delegiert worden und da muss nachher verteidigt werden. Wohl einzig über eine Telefonkette aus allen Münsteraner Piraten könnte man das ähnlich durchgehen. Wie auf der Versammlung auch gesagt, sonst wird es zur Diktatur der Aktiven. Und da sind mir rechenschaftspflichte Vorstände lieber als völlig freie AKs etc. Vor allem für unseren Ratsherren Marco, der Unterstützung mehr als gut gebrauchen kann um das nicht alles alleine schultern zu müssen.

    Zum Verwaltungsaufwand: Mittlerweile sind wir 70+ Crews in NRW, der Verwaltungsaufwand den die Crewsprecher der beiden Crews damit haben alleine die Sprecherliste zu lesen, zusammenzufassen und dann auf jeder Sitzung zum besten zu geben wofür die anderen Crews ihre Kohle rausgeworfen haben.... DAS ist Verwaltungsoverhead, und zwar am völlig falschen Ende. Der Job als Crewsprecher ist das letzte wenn man die Aufgaben ernst nimmt. Was da an Zeit im Monat alleine für die 2 bzw. 4 Crewsprecher in Münster drauf geht übersteigt schon fast den Aufwand den man mit so einem KV hat.

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  2. @gedankenstücke

    Mein Kernpunkt ist der: Die MS-Piraten haben sich das nicht richtig überlegt. Habt Ihr eine Pro / Contra Liste für beide Versionen geführt? Habt Ihr Euch Ziele aufgestellt, was mit dem Verband nun besser werden soll, als durch den Status quo? All das habe ich nicht gefunden, daher resultiert mein Eindruck. Das war eine uninformierte Entscheidung!

    Die beiden Antworten von Dir erschüttern mich zutiefst. Dass die MS-Piraten auf kommunaler Ebene bei der Einbindung von Mitgliedern scheitern und sich dann keine Hilfe von außen holen, sondern alle Probleme mit einem Verband lösen wollen, ist schon ein ziemlicher Hammer.

    Nun kann der Vorstand die Kommunalpolitik machen und sich von den Mitgliedern, zum nächsten KMV wählen oder abwählen lassen.

    Das führt meiner Meinung nach eher dazu, dass die politische Kommunalarbeit nun versteckt laufen wird, weil die Zeit für Kommunikation ja jetzt schon fehlt. Also werden wohl die Mitglieder bald auch nur vor vollendete Tatsachen stellt.

    Prima Idee, danke Münster!

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  3. Wir experimentieren erstmal. Hinterher kannst Du immer noch sagen, "ich habs euch ja gesagt"

    Unsere Proliste hatte zwei Gewichtige Punkte:

    1. Jemand muss dafür verantwortlich sein, lokale Piraten zur Arbeit anzuhalten und zwischen Ratsherr, Piraten und den politischen Mitbewerbern die Verbindung herzustellen, das kann der nämlich nicht alles allein und auch ein AK ohne feste Posten ist dazu schwerlich geeignet!
    Wie in aller Welt will man sich da Hilfe von aussen holen? Von WEM? Vom Landesvorstand? Die haben genug zu tun
    2. Die Juristische Person vor Ort. Wenn wir hier vor Ort was machen wollen, können wir nicht dauernd zum NRW Vorstand laufen. Ich denke Du hast die Argumente vor Ort gehört- Verträge, Miete, Haftungsfragen etc etc
    Hab mir lange Gedanken gemacht, aber ich will hören, wie man das Problem der vor Ort agierenden juristischen Person umgehen kann, ohne dem Landesvorstand andauernd auf den Sack zu gehen mit irgendwelchem Zeug

    Wir probieren es erstmal aus. Wir werden drüber berichten... Wir fänden es gut, wenn Piraten vor Ort verschiede Dinge ausprobieren.
    Diversität ist Grundlage für Selektion... Das fitteste Mem gewinnt...

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  4. @niels

    Kannst Du mir Punkt 1 erklären? In AK, AG und PG kann man auch Ansprechpartner und Verantwortliche festelegen. Ich verstehe nicht, worin da der Vorteil eines Verbandes besteht.

    Punkt 2 kann ich nachvollziehen. Hier einmal mein Gedanke:

    Wenn ich Euch richtig verstanden habe, benötigt Ihr die Möglichkeit, Verträge abzuschließen. Seien es nun Miet-, Telefon- oder sonstige Verträge.

    Dass heißt, Ihr wollt keine juristische Person, sondern (etwas überspitzt) ein Büro.


    -> Fall Crew-Konzept heute (Wer weiß was noch so alles kommen mag ;) )

    Die Crew Flitzpiepen beschließt, dass Erna ein Büro anmietet und die Kosten dafür von aus der Crewkasse übernommen werden. Erna haftet also dafür, was mit den angemieteten Räumen passiert ihre Auslagen werden erstattet.

    Es wäre hier auch theoretisch möglich, dass der Landesvorstand die Räumlichkeiten anmietet, aber ist und bleibt wohl Theorie. ;)


    -> Fall Verband

    Der Vorstand oder die KMV beschließt, dass ein Büro angemietet wird. Der Vorstand mietet ein Büro an und begleicht das aus den Vorstandsmitteln. Nun haftet der Vorstand dafür, was mit den Räumen passiert. Eine Kostenerstattung ist nicht nötig.
    ____

    Für mich als Resümee bleibt zunächst mal: Der Fall Büro anmieten, ist mit beiden Konzepten darstellbar.

    Für sinnvoller halte ich hier den Verband. Wenn zum Beispiel Erna keine Lust mehr auf die Crew hat, muss man Paul überzeugen den Vertrag zu übernehmen. Das entfällt bei einem Verband, denn da ist immer der aktuelle Vorstand der Ansprechpartner.

    Das ist ein Vorteil des Verbandes, aber meiner Meinung nach kein zwingender Grund für einen Verband.

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